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16.01.2021 / cso Mobilansicht
Lost Grounds:
Folge 15: Stadion Sonnenblume (SSVg 02 Velbert)
Uhltra jr hatte in weiser Voraussicht schwere Bergschuhe angezogen. Im Wald hinter dem Gästetor erspähte er endlich eine Möglichkeit, den Zaun zu überwinden: Ein umgestürzter Baum hatte Maschen- wie Stacheldraht auf einem Meter Breite zu Boden gedrückt. Der steile Stadionwall war für den geübten Alpinisten anschließend kein Problem mehr - drin! Da lag es also wieder vor Uhltra jr, das weite Rund des Stadion Sonnenblume.

Einen Ort schöner Erinnerungen verkörpert dieser gut 50 Jahre alte Bau für einen ETB-Fan wahrlich nicht: Hier gab es für Schwarz-Weiß Essen meistens nichts zu holen und wenn doch, dann war der Schreiber dieser Zeilen zufällig gerade am Polarkreis unterwegs. Der Ground an sich war hingegen immer eine kurze Auswärtsfahrt wert, weil er - auch bei dem meist spärlichen Velberter Zuschauerinteresse - eine unverwechselbare Atmosphäre hatte. Die in mehreren Ebenen zum Stadion hin absinkenden Parkplätze, das weite Portal hinter den Kassenhäuschen, die Ränge zur Rechten, die Tribüne zur Linken, der begrünte Bereich am anderen Ende des Platzes und vor allem der Spielertunnel verkörperten noch etwas von Oberliga, das man auf den meisten modernen Anlagen vergebens sucht.

Gebaut hatte die Stadt das Stadion Sonnenblume im Jahr 1969. Die vier Jahre zuvor durch eine Fusion entstandene SSVg 02 Velbert war überraschend in die damals zweitklassige Regionalliga West aufgestiegen und brauchte mehr Zuschauerkapazität. In heute unfassbar schnellen fünf Monaten Bauzeit, für deren Dauer die SSVg ihre Heimspiele in Ratingen austrug, stampfte die Kommune die Arena aus dem Boden. Die Partie gegen den Wuppertaler SV verfolgten im Stadion Sonnenblume satte 13.000 Menschen. Trotzdem war der Bau vielleicht etwas übereilt, denn Velbert stieg sofort wieder ab, um in den 1990er Jahren in der Bezirksliga zu stranden. Für dieses Niveau hätte auch der schön gelegene Hartplatz hinter dem Stadion bestens ausgereicht.

Im neuen Jahrtausend berappelte sich die SSVg 02 Velbert, stieg in die Oberliga auf, in der sie seitdem eine feste Größe darstellt. 2003 und 2006 gewann man den Niederrheinpokal; 2003 warf Velbert sogar den FSV Mainz 05 aus dem DFB-Pokal. Zweimal qualifizierte sich die SSVg zudem für die Regionalliga. Anlässlich des ersten Aufstiegs 2012 wurde das Stadion Sonnenblume in Christopeit-Sport-Arena umgetauft; Namensgeber war bis zur Schließung acht Jahre später ein Anbieter für Heimtrainer.

Seit Beginn dieser Saison ist die SSVg 02 Velbert im neuen Sportzentrum am anderen Ende der Stadt heimisch geworden. Auf der ehemaligen Mülldeponie hat die Kommune ein wahres Schmuckkästchen errichtet, deren zwölf Jahre Planungs- und Bauzeit sich wirklich gelohnt haben, wie ein kurz vor der erneuten Fußballpause besuchtes Abendspiel eindrucksvoll belegte. So schön es an der Sonnenblume auch war, bietet der neue Komplex dem Club doch endlich eine Heimat für alle Teams, die zuvor über die Stadt verstreut hatten trainieren und spielen müssen.

Auf dem Areal des Stadion Sonnenblume sollen irgendwann Häuser gebaut werden. Bis es so weit ist, lohnt sich ein Blick in den Lost Ground, der für Flachlandtiroler übrigens auch von den befestigten Wegen rund um die Arena bestens einsehbar ist.



Das Stadion Sonnenblume in seiner ganzen Pracht.
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Fotos: cso
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