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13.02.2021 / cso Mobilansicht
Lost Grounds:
Folge 19: Bamlerplatz (DJK Juspo Altenessen)
Gerade noch rechtzeitig stattete Uhltra jr. der ehemaligen Sportanlage Bamlerplatz seinen Besuch ab. Dem Gelände an der Erbslöhstraße, wo früher einmal die DJK Juspo Altenessen beheimatet war, wird in diesem Winter nämlich mit schwerem Gerät zu Leibe gerückt. Bald wird an dieser Stelle nichts mehr an einen Fußballplatz erinnern, sondern zum Preis von mindestens 50.000.000€ eine sechszügige Gesamtschule für etwa 1.300 Schüler entstehen.

Auf den Lost Ground zu kommen, wäre diesmal denkbar einfach gewesen, denn die Bauarbeiter hatten das Haupttor sperrangelweit aufgelassen. Den Hinweis, unbefugte Dritte mögen sich fernhalten, ignorierten bereits ein Mann, der seinen Hund auf dem Nebenplatz abrichtete, und ein anderer, der auf dem Weg dorthin irgendetwas Großes aus seinem Rucksack auspackte. Uhltra jr. scheute sowohl den Hund als auch den potenziellen Sprengsatz (Achtung: inkorporierte Vorurteile aus dem Süden der Stadt) und umrundete lieber erst einmal das Areal. Und siehe da: Hinter dem, was einst eine Fankurve war, hatte jemand feinsäuberlich ein Loch in den Zaun geflext. So kam der Schreiber dieser Zeilen letztlich ohne Hundebiss an seine ersehnten Innenraumfotos.

Juspo Altenessen hatte sich nur schweren Herzens vom Bamlerplatz getrennt. Über 20 Jahre Pflege steckten in der Anlage, als dort am 18. Mai 2014 das letzte Meisterschaftsspiel der DJK stattfand. Das 1:2 gegen die dritte Mannschaft von SuS Haarzopf verfolgten laut Schiedsrichternotiz freilich nur 13 Zuschauer - die erfolgreichen Zeiten des Clubs sind lange vorbei. 1918 gegründet, spielte Juspo Altenessen anfangs eine gute Rolle bei den DJK-Meisterschaften. Fünf Spieler des Clubs wurden 1925 sogar in die DJK-Nationalmannschaft berufen. Das Vereinsverbot zur Zeit des III. Reichs, über das von Uhltra sr. jüngst an dieser Stelle berichtet wurde, beendete die goldenen Jahre von Juspo. Nach seiner Neugründung 1951 hatte der Club mit verschiedenen Unwägbarkeiten zu kämpfen, verlor öfters seine Heimat und noch öfter ein Spiel. Seit 2004 tritt Juspo Altenessen nur noch in der Kreisliga B an und wäre zweimal beinahe sogar aus dieser abgestiegen.

Platznachbar der DJK Juspo Altenessen an der Erbslöhstraße war der FC Saloniki Essen, der stets ein wildes Auf-und-Ab durch alle Kreisligen absolviert. Stolz ist man hier vor allem darauf, eine offizielle PAOK-Akademie zu sein. Künftig möchte der FC strategischer Partner des dreimaligen griechischen Meisters PAOK Saloniki in Deutschland werden. Dass sich der traditionsreiche Essener FV im Jahr 1998 dem FC Saloniki anschloss, wird hingegen gar nicht erwähnt.

Seit 2015 bestreiten der FC Saloniki und Juspo Altenessen ihre Heimspiele erneut als Nachbarn an der Bäuminghausstraße, wo neben dem schönen alten Stadion von TuS Helene Essen herum eine moderne Anlage in den guten Händen eines besonders netten Platzwarts entstanden ist. Auf dem Bamlerplatz waren zunächst Flüchtlinge untergebracht, bevor das Gelände vier Jahre lang verwilderte. Den bemerkenswerten Gedenkstein für seine Kriegsopfer konnte Juspo Altenessen gerade noch vor den Baggern retten und hat ihn am Eingang der Schrebergartenkolonie gegenüber aufgestellt.


       
       
   
Fotos: cso
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