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10.04.2021 / cso Mobilansicht
Lost Grounds:
Folge 30: Am Volkswald (SC Werden-Heidhausen)
In der S6 sitzend wurden für Uhltra jr. Erinnerungen wach. Beinahe ein halbes Jahr ist vergangen, seit er in Hösel sein letztes Live-Fußballspiel anschauen durfte. Wie schnell sich die Zeiten doch geändert haben: Bestimmten früher Überlegungen zum möglichen Spielverlauf die Gedanken bei seiner Anreise, treibt nun bloß die Zaunfrage um. "Ist er hoch und undurchdringlich? Kann ich nur durch die Maschen fotographieren? Hat er ein Loch, gibt es eine offene Tür? Kann ich in den Innenraum vordringen?" Der Sportplatz am Volkswald hoch oben über dem Abteiort Werden wartete mit einer Überraschung auf - es gab dort gar keinen Zaun.

Die Geschichte des Heidhauser Fußballs reicht zurück bis in das Jahr 1912, als sich der altehrwürdige TV 1887 Werden-Land auf revolutionäres Terrain begab. Ab 1929 - Werden mit seinen Außenbezirken war frisch nach Essen eingemeindet worden - nannte sich der Club TuS Heidhausen. In diese Zeit fällt auch die Gründung des Sportplatzes am Volkswald, der idyllisch unterhalb der Landestraße von Werden nach Velbert liegt. Zu drei Seiten von Gehölz umschlossen, bot die Gerade eine hübsche Naturtribüne mit gutem Blick auf das Geschehen. In den 1940er Jahren begannen gleich zwei namhafte Recken ihre Karriere auf Heidhauser Asche: Ala Becker, später bei ETB und RWO Trainer in der 2. Bundesliga, und Clemens Wientjes, 1952 zweimaliger Nationalspieler in Diensten von Rot-Weiss Essen.

Seine sportlich turbulenteste Zeit erlebte der Volkswald den 1960er Jahren: Nachdem TuS Heidhausen zunächst bis in die II. Kreisklasse gestürzt war, kämpfte er sich bis 1967 zurück in die Bezirksliga. Ein Jahr später traten die Rot-Weißen in der 1. Runde des Westdeutschen Pokals daheim gegen Schwarz-Weiß Essen an. 1.800 Zuschauer strömten nach Heidhausen und sahen einen 2:0-Sieg des Favoriten aus der damals zweitklassigen Regionalliga West.

Als fünftgrößter Verein der Stadt fusionierte TuS Heidhausen 1976 mit der handballaffinen DJK Werden-Heidhausen zum SV Heidhausen. Trainer am Volkswald war in dieser Zeit u.a. der 188-fache Bundesligaspieler Gerd Wörmer. 1995 folgte der Zusammenschluss mit dem ehemaligen Landesligisten ASV Werden, seinerseits hervorgegangen aus Werden 08 und Werden 12. Unter der Bezeichnung SC Werden-Heidhausen entstand der nach eigenen Angaben mit rund 650 Mitgliedern drittgrößte Sportverein Essens. Meist in der Bezirksliga, niemals aber höher beheimatet, errang der SC.W-H seinen größten Erfolg Anfang 2008 in der Halle: Durch einen Sieg über die Turngemeinde Essen-West gewannen die Blau-Roten die prestigeträchtige Stadtmeisterschaft. Trainer damals: die ETB-Legende Ralf Zils.

Mit dem Umzug der letzten Jugendteams ins Löwental direkt an der Ruhr wurde der Spielbetrieb am Volkswald 2013 eingestellt. Von einer kurzen Nutzung als Zeltdorf für Flüchtlinge abgesehen, wurde der Sportplatz fortan sich selbst überlassen. Das alte Vereinsheim ist dem Vandalismus anheimgefallen; die verwaisten Kabinenanlagen sind durch ein Gitter geschützt. Wanderer und Mountainbiker ziehen auf dem Waldweg vorbei, eine Skaterin trainiert auf den Betonresten der Flüchtlingsunterkunft. Für eine Belebung des Ortes könnte der Waldkindergarten sorgen, der momentan für das Areal im Gespräch ist.

Nachtrag: Unsere Fotos vom alten Vereinsheim des SC Werden-Heidhausen sind die wohl Letzten: Das Gebäude brannte in der Nacht auf Karfreitag komplett nieder.



Die Anlage am Volkswald im Frühjahr 2021.
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Fotos: cso
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