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29.05.2021 / cso Mobilansicht
Lost Grounds:
Folge 37: Rudolf-Harbig-Straße (RSV Mülheim)
An der Rudolf-Harbig-Straße in Mülheim-Heißen erinnert nur noch der Straßenname an Sport, und selbst hier darf man skeptisch sein, ob die bald einziehenden Häuslebauer wissen, welcher Ausnahmeathlet hinter ihrer neuen Anschrift steht. Auf eine Erinnerung an den vormals ruhmreichen RSV Mülheim, der hier im Dreieck aus B1 und A40 seine Heimspiele austrug, braucht man derweil nicht mehr zu hoffen, denn von der mindestens seit den 1920er Jahren bestehenden charaktervollen Anlage ist nichts mehr übrig geblieben.

Verschwunden ist das wuchtige Eingangsportal aus zwei massiven Kassenhäuschen, die eher an Wehrtürme erinnerten. Verschwunden ist die kleine, rot-weiß getünchte Wellblechtribüne mit ihren hölzernen Klappsitzen. Verschwunden sind die zuletzt bereits arg in Mitleidenschaft gezogenen Stehränge. Verschwunden ist auch das aus dem Jahr 1959 stammende Vereinsheim mit überdachtem Vorplatz und Empore. Man kann es verstehen, denn als der Schreiber dieser Zeilen im Januar 2016 ein abendliches Testspiel des RSV-Nachfolgevereins SV Heißen anschaute, war das gesamte Ensemble in einem erbärmlichen Zustand: "Der Blog stellte sich also ein paar Meter weiter auf den Grashang. Erst beim erfolglosen Versuch, den Aschenplatz in der Halbzeitpause einmal komplett im Zuschauerbereich zu umrunden, wurde festgestellt, dass es sich bei dem Hang um ein lebensgefährliches Konglomerat aus Botanik und Stufen handelte. Scheinbar haben die karminroten, überhohen Banden mit dem Schlachruf der Hausherren [Anm.: Ri-ra-rau RSV!] einmal richtig viele Zuschauer zurückhalten müssen. Weitere bei Tageslicht fotographierenswerte Fundstücke waren die mit Mülltütenfetzen isolierten Sicherungskästen des Flutlichts und das Asche-Abzieh-Auto ohne Heckscheibe." Wenige Monate später war Schluss an der Rudolf-Harbig-Straße.

Das 3ha große Arreal an der Rudolf-Harbig-Straße hatte sich in den 1990er erstmals einer Bebauung erwehren müssen. Gelöst wurde das Problem damals durch einen Grundstückstausch mit dem Besitzer Fried. Krupp AG. In städtischer Hand blieb die sportliche Nutzung möglich, erlebte jedoch auch einen Sanierungsstau. 2011 legte ein Ratsbeschluss die Umwidmung fest, fünf Jahre später schloss sich das RSV-Portal für immer.

Seine großen Erfolge sammelte der RSV Mülheim ohnehin im Handball: Edgar Reinhardt errang 1936 mit der Olympiamannschaft die Goldmedaille. Nach dem Krieg wurden der RSV dreimal Deutscher Meister, davon zweimal auf dem Feld. In der Halle gewannen die Damen Anfang der 1960er Jahre zwei nationale Titel; 1966 waren die Herren Gründungsmitglied der Bundesliga und kehrten 1968 für zwei weitere Spielzeiten zurück in die Beletage.

Die Fußballer des witzigerweise auf Asche antretenden Rasensportvereins konnten da nicht mithalten und kickten stets unterklassig. Nach einigen bitteren Jahren in der B-Liga hielt der RSV Mülheim zum Ende seiner Existenz zumindest zehn Saisons lang die Kreisliga A. 2015 erfolgte die bereits bei diesem Lost Ground thematisierte Fusion mit dem Holthausener TV zum SV Heißen, der an der benachbarten Hardenbergstraße eine neue Heimat mit zwei Kunstrasenplätzen fand. Mit Ausnahme der Spielzeit 2016/2017 war und ist auch dieser Club stets in der Kreisliga A zu finden; die Damen rangieren in der Niederrheinliga; die Jugendabteilung ist sehr breit aufgestellt. Unruhige Zeiten erlebt der SV Heißen ganz aktuell durch den Rücktritt der Urgesteine Norbert Zmorek, der seit 1977 im RSV-Vorstand war, und Ulrike Fischer aus den Reihen des Holthausener TV.

Auf dem Platz an der Rudolf-Harbig-Straße im Herzen Heißens begann 2020 die Bebauung mit 34 Einfamilienhäusern, die ab 440.000€ aufwärts zu haben sind, sowie 29 Eigentumswohnungen.


       

Fotos: cso
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