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19.06.2021 / cso Mobilansicht
Lost Grounds:
Folge 40: Am Quambusch (SF Geweke 1989)
Vor einem knappen Jahr war Uhltra jr schon einmal hier. Mit dem Rennrad sollte es gemäß Empfehlung im Netz entlang des Baches Aske Richtung Ennepetal hinaufgehen. Interessanter als die mit miesem Asphalt versehene und zudem stark befahrene Bergstraße war freilich das Anrollen durch Hagen-Westerbauer, in dessen Zentrum sich ein Lost Place erster Güte befindet. Die ehemalige Zwieback-Fabrik von Brandt hatte hier im Jahr 2003 für immer ihre Pforten geschlossen. Fast 500 Mitarbeiter waren entlassen worden, weil es sich für den Firmeninhaber andernorts gewinnmaximiert produzieren ließ: Gefördert durch Steuergelder wanderte die komplette Produktion nach Thüringen ab. Bei seiner Rückkehr erkundete Uhltra jr. nun unweit der Brandt-Fabrik (und anderen Ruinen) den verfallenen Fußballplatz der Sportfreunde Geweke.

Errichtet wurde die Anlage Am Quambusch 1933 für den FC Harkorten, dessen A-Junioren 1951 westfälischer Vizemeister wurden. Fünf Jahre später ging der Verein in den Hasper SV auf. 1957 sorgte der HSV bei seiner Partie gegen den SV Sodingen für den ewigen Zuschauerrekord dieses Ortes: 6.000 Menschen waren gekommen, um den angehenden Bezirksmeister zu feiern. Ein Jahr später qualifizierte sich der Hasper SV für die Verbandsliga, die damals die höchste Amateurspielklasse darstellte. 1965 belegte man, deutlich distanziert vom VfL Bochum, den dritten Platz in der Abschlusstabelle. Zwei Jahre später folgte ein Abstieg, doch Haspe kämpfte sich zurück und spielte von 1973 bis 1976, sowie von 1981 bis 1988 abermals in der Verbandsliga. Als auf dem Gelände des stillgelegten Hüttenwerks eine moderne Bezirkssportanlage mit großer Tribüne fertiggestellt worden war, verabschiedete sich der Hasper SV 1990 vom Quambusch. Später ging der Verein, trainiert von Dieter Tartemann und Frank Benatelli, sogar in der Oberliga Westfalen auf Punktejagd.

Nachfolger auf dem von Stufen umgebenen Aschenplatz gleich oberhalb des Bahnhofs Hagen-Westerbauer waren die damals neu gegründeten Sportfreunde Geweke, deren Name sich auf traditionsreiches Eisenwerk bezieht, das 2018 - man ahnt es - ebenfalls geschlossen wurde. Die mit Schlüsselgewalt ausgestatteten SF Geweke kickten meist in den Kreisligen, qualifizierten sich jedoch auch mehrfach für die Bezirksliga, zuletzt 2005 bis 2007 und in der Saison 2009/2010. Aus der Jugendarbeit des Vereins stammt der in Deutschland wenig bekannte türkische Nationalspieler İshak Doğan. 2011 scheiterte ein Beitritt der SF Geweke zum SSV Hagen. Ein Jahr später wurde der im Tabellenkeller der Kreisliga B gestrandete Club dann aufgelöst.

Die schon seit zehn Jahren angedachte Bebauung des Geländes inmitten einer ansprechenden Wohngegend ist bislang nicht erfolgt, sodass das Ensemble langsam renaturiert. Das von den SF Geweke einst in Eigenarbeit renovierte Clubheim erlitt im Mai 2021 einen Brandschaden, den man freilich nicht auf den ersten Blick erkennt. Rechts von dem angekokelten Gebäude gelangt man über einen Trampelpfad und durch ein geöffnetes Tor auf diesen lohnenswerten Lost Ground.


       
       
   
Fotos: cso
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