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26.06.2021 / cso Mobilansicht
Lost Grounds:
Folge 41: Solbadstraße (SG Hibernia Alstaden)
Eine von vielen Zuschriften, die der Blog der Uhltras in den fußballarmen letzten Monaten bekam, betraf den Betriebs- und Freizeitsport. Der Absender suchte nach Fotos für seine Publikation über Ruhrgebietsfußball jenseits des DFB. Dieser hat fraglos bessere Tage erlebt als die heutigen. In Essen gibt es noch eine zweigleisige Freizeitliga, ansonsten ist das Interesse rapide zurückgegangen. In Erinnerung an die glorreiche Vergangenheit der wilden Ligen fiel die Wahl des vorerst letzten Lost Grounds auf die Solbadstraße in Oberhausen-Alstaden.

Hier, gleich neben dem Ruhrstadion Mülheim, hat der Betriebssport-Kreisverband Oberhausen von 1953 nicht nur seine Geschäftsstelle, sondern auch einen Aschenplatz für seine Fußballaktivitäten. Der Ground ist unspektakulär, weist gerade eben die Mindestmaße auf und verfügt über keinen ausgebauten Zuschauerbereich. Um öffentliches Interesse oder gar Vermarktung ging es beim Betriebssport ohnehin nie: „Im Mittelpunkt der Bemühungen des Betriebssportes steht der Mensch; Gesundheit ist sein höchstes Gut.“ Geselligkeit gewiss auch, und so finden sich am Rand des Platzes gleich drei aufgeräumt wirkende Bauten für das Vereinsleben.

In den 1990er Jahren gab es in Oberhausen drei Ligen mit 18 Teams, die zwei Meistertitel auf dem Feld und in der Halle, sowie einen Pokal ausspielten. Übrig geblieben ist davon nicht mehr viel: Im Netz tauchen nur noch im Altherrenfußball halbwegs aktuelle Ergebnisse auf. Den Anfang der Abwanderungsbewegung markierte der Wechsel des SG Kaprys aus der Betriebssportliga in die Kreisliga C im Jahr 2013. Kaprys - das auf der zweiten Silbe zu betonende polnische Wort meint wankelmütig, launisch, divenhaft oder Möchtegern - nahm gleich einen Großteil der nach neuen Herausforderungen suchenden Mannschaft des Serienmeisters SG Spiridon mit unter das Dach des DFB. Vom Platz an der Solbadstraße musste sich die SG Kaprys allerdings verabschieden, spielte fortan am Knappenmarkt, zuletzt dann auf dem Nebenplatz des Niederrheinstadions. Von 2015 bis 2020 kickte das Team sogar in der Kreisliga B.

Länger, nämlich vom Jahr seiner Gründung 1987 bis 2019, hielt es das Team von SG Hibernia Alstaden an der Solbadstraße. Hibernia wurde dort Kreismeister, Pokalsieger, holte den Hallentitel und die Kleinfeldmeisterschaft; 2015 glückte gar das Triple innerhalb des Betriebssport-Kreisverbandes Oberhausen. Hibernia richtet zudem alljährlich sein eigenes Einladungsturnier aus, das bereits siebenmal mit einem Sieg des Hausherren endete. 2017 wechselten die Hibs in die Kreisliga C. Drei Jahre später gelang der Aufstieg, dies allerdings schon auf dem neuen Platz an der Kuhle. Schillernder Star der Truppe ist der ehemalige togolesische Nationalspieler Abdou Ouro-Akpo, der noch jeden Amateurfußballfan, für dessen Verein er spielte, verzaubert hat. Mehr zu diesem sympathischen Unikum kann man in unserem ETB-Wiki nachlesen: Link zum Artikel

Den alten Platz von Hibernia Alstaden an der Solbadstraße wird die Stadt Oberhausen zeitnah aufgeben, da er stark renovierungsbedüftig ist. Zur Anschlussverwendung sind eine Aufforstung und eine Erweiterung des angrenzenden Ruhrparks im Gespräch.

Persönliche Einlassung des Autors

Als Märchenonkel Armin im Oktober 2020 verkündete, man werde nun eine vierwöchige Pause im Amateursport einlegen, um die Pandemie in den Griff zu bekommen, glaubte der Schreiber dieser Zeilen ihm kein Wort. Geplant war die aus einer spontanen Laune heraus geborene Reihe über Lost Grounds freilich nur bis Ostern 2021. Dass die Durststrecke darüber hinaus andauern würde, hätte selbst der pessimistische Uhltra jr nicht gedacht. Dennoch ist bis heute an jedem Samstag ein neuer Serienbeitrag in die digitale Welt entlassen worden, was bei aller den Uhltras eigenen Bescheidenheit ein bisschen stolz macht. Die Resonanz von Ihnen und Euch als Leser war bestärkend und positiv - vielen Dank dafür! Ein herzliches Vergelts-Gott gilt auch den vielen freundlichen Helfern, die vor Ort oder digital Informationen oder Tipps weitergegeben haben, ohne die die Recherchearbeit gewiss weniger erfolgreich gewesen wäre. Diesmal geht ein spezielles "Dziękuję Ci" an die Arbeitskollegin Ewa für ihr semantisches Seminar in Sachen Kaprys.

Mit dem Ende der Saison 2020/2021 hoffen wir Uhltras, demnächst wieder über Amateursport statt über Sportgeschichte berichten zu können. Drücken wir uns alle die Daumen, dass es so kommen möge!


       
 
Fotos: cso
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