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26.02.2021 - ob das was wird im Ebertbad?
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28.11.2020 / cso Mobilansicht
Lost Grounds:
Folge 4: Oberheidstraße (Holthausener TV 1900)
"Warum machst du davon Fotos?" Uhltra jr kam den beiden Jungs aus dem Morgenland wohl reichlich suspekt vor, als er einen Flutlichtmasten am Rande ihrer Flüchtlingsunterkunft in Szene setzte. "Das war hier früher mal ein Fußballplatz. Ich möchte festhalten, wie er heute aussieht." Den beiden Mülheimer Neubürgern war bislang offenbar gar nicht bewusst, dass sich ihr Übergangsheim im ehemaligen Strafraum des Holthausener TV befindet. "Echt? Wir spielen immer da hinten Fußball." Ja, den kleinen Bolzplatz neben der Tennishalle hatte der Blog vom Fahrrad aus auch gesehen. Wie aber macht man Kindern, die gewiss ganz andere Sorgen haben, verständlich, was ein richtiger Platz ist?

Folge 4 der Serie Lost Grounds führte den Schreiber dieser Zeilen also nach Mülheim an der Ruhr, genauer gesagt in dessen nördlichsten Stadtteil Dümpten. Dort, wo das Mülheimer Stadtgebiet zwischen dem Ruhrschnellweg und dem angrenzenden Essen-Schönebeck nur gut 100 Meter breit ist, lag bis ins Jahr 2015 - mit einer kurzen Unterbrechung - die fußballerische Heimat des Holthausener TV. Zuvor hatte der Platz anderen Clubs wie dem Post SV Mülheim und Rot-Weiß Mülheim als Ausweichgelände gedient; ansonsten wurde hier vorwiegend Schulsport betrieben. "Großzügig" ist wohl das richtige Wort für den Sportplatz Oberheidstraße: Sechs Stufen an der Geraden, dahinter eine große Freifläche für gastronomische Angebote, Graswälle hinter dem Tor und an der Gegengeraden, eine Laufbahn, ein üppig dimensioniertes Kabinengebäude.

Wertvolles gab es für die Gäste der Anlage freilich selten zu bestaunen: Die höchstklassigen Spiele waren die von Rot-Weiß Mülheim in der Landesliga und die der PSV-Damenmannschaft (beides 1980er). Der Holthausener TV als letzter Nutzer tummelte sich in den unteren Ligen, 2008 bis 2013 gar in der untersten. 2015 wäre man als Vorletzter der Kreisliga B eigentlich wieder dorthin gekommen, hätte nicht eine Fusion diese Schmach verhindert.

Fusionspartner war der RSV Mülheim, dessen Fußballer im ominösen Jahr 2015 mit Mühe die A-Liga hatten halten können - ebenfalls kein Ruhmesblatt, doch brachte der RSV in einer anderen Sportart große Erfolge mit in die Fusion ein: Die Handballer des Vereins hatten zwischen 1947 und 1961 gleich fünf Deutsche Meisterschaften gefeiert. Ein dritter Fusionskandidat, der TB Heißen, sprang kurz vor dem Zusammenschluss ab, um sich später selbst aufzulösen. Etwas kleiner als gedacht, durfte sich der neue SV Heißen trotzdem auf eine brandneue Anlage freuen, die von der Stadt Mülheim für 4.200.000€ an der Hardenbergstraße errichtet wurde. Auf der anderen Seite der A40 ist es zwar nach wie vor extrem laut, wie Uhltra jr von seinem Besuch dort errinnert (Link zum Spielbericht), dafür aber moderner als auf dem alten Hartplatz. 1.200 Mitglieder lassen darauf schließen, dass der Breitensportverein in seinem Viertel gute Arbeit macht.

Nachdem der SV Heißen seine Heimspiele noch bis Ende 2015 an der Oberheidstraße bestritten hatte (die erste Saison endete vorzeitig mit einem freiwilligen Rückzug; seit drei Jahren ist man aber wieder Mitglied der Kreisliga A), fand die Stadt schnell eine neue Nutzungsmöglichkeit: Seit viereinhalb Jahren beherbergt das Areal eine gepflegt wirkende Flüchtlingsunterkunft, die belegt, dass Lost Grounds nicht zwangsläufig auch Lost Places sein müssen.


       
       
   
Fotos: cso
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