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27.03.2021 / cso Mobilansicht
Lost Grounds:
Folge 28: Hermannshöhe (SV Teutonia Überruhr)
Uhltra jr's Musiklehrer Lutz B. mochte keinen Schlager; er verbrachte seine Sommerferien gerne gitarrespielend in irischen Pubs. 1998 zerpflückte er vor der 9B des Burggymnasiums Essen den Text von Nicoles Ein bisschen Frieden: "Wie eine Blume am Winterbeginn | so wie ein Feuer im eisigen Wind | wie eine Puppe, die keiner mehr mag | fühl' ich mich an manchem Tag." "Wie fühlt sich eine Puppe? Eine Puppe fühlt sich gar nicht! Und wie fühlt sich ein Feuer im eisigen Wind? Es fühlt sich pudelwohl! Oder habt ihr schon'mal ein Martinsfeuer gesehen, das ausgegangen ist?" Die Martinsfeuer aus der Kindheit des Schreibers dieser Zeilen waren in der Tat nie ausgegangen, da hatte Herr B. recht, obwohl er als Physiklehrer eigentlich nur fachfremd im Einsatz war.

Abgefackelt worden waren Uhltra jr's Martinsfeuer immer auf dem Sportplatz Hermannshöhe, womit der Bogen zum Thema gespannt ist. Eine Fahrradtour zum Ort des Geschehens brachte in diesen Tagen die Gewissheit, dass die Kinder Überruhrs künftig anderswo ihren frostigen Umzug beenden müssen. Auf der Hermannhöhe entstehen nämlich gerade 20 Wohneinheiten für junge Familien. An den Spielbetrieb von Teutonia Überruhr erinnert nicht mehr als ein Haufen rostiger Zaunteile, die lieblos zusammengeklaubt auf ihren Abtransport warten. Mehr als 90 Jahre Geschichte haben ihr trauriges Ende gefunden.

Die Historie des SV Teutonia Überruhr geht auf den August 1920 zurück, als 34 Gründungsmitglieder zusammenkamen, um nach dem I. Weltkrieg wieder das geordnete Fußballspielen aufzunehmen. In Ermangelung eines Platzes wich Teutonia zunächst nach Hattingen und auf die Ruhrwiesen am Holteyer Hafen aus. Schon ein Jahr nach der Vereingründung wurde jedoch bereits der Grundstein für eine eigene Anlage in Überruhr-Hinsel gelegt. Den Namen Hermannshöhe erhielt der Platz von einem Verwaltungsgebäude der Eiberger Zeche Hermann; die Alternativbezeichnung Mentingsbank bezieht sich auf einen Kohleflöz. Teutonia agierte in der Zwischenkriegszeit weit unten im Ligensystem, lockte zu Derbies jedoch gelegentlich 1.000 Zuschauer an. Nach dem II. Weltkrieg pendelten die Gelb-Schwarzen zunächst zwischen Bezirks- und 1. Kreisklasse.

Seine große Zeit erlebten Verein und Hermannshöhe ab 1980, als es erstmals in die Landesliga ging. Mit dem ehemaligen ETB-Spieler und -Amateurtrainer Manfred "Simken" Schmidt an der Seitenlinie erreichte Teutonia Überruhr damit die Fünftklassigkeit, die vier Jahre lang gehalten wurde. In diese Zeit fällt auch die Amtszeit von Harald Bründermann, der später Union Solingen in der 2. Bundesliga betreuen sollte. 1986 gewann Teutonia Überruhr durch ein 2:0 gegen die Turngemeinde Essen-West den Stadtpokal; gespielt wurde im Stadion Uhlenkrug. Ein Jahr später musste der Club den bitteren Gang in die Kreisliga antreten. Ein weiterer Tiefschlag war der schwere Brand der Vereinsgaststätte Haus Silva 1989, das Uhltra jr. noch bestens erinnert; ein Großteil der Pokale und Andenken waren für immer verloren.

Teutonia Überruhr kämpfte sich zurück und feierte 1996 sowohl die Hallenstadtmeisterschaft als auch die Rückkehr in die Landesliga. Da sich die dort chancenlose Mannschaft in alle Richtungen zerstreute, folgten dem Auf- gleich zwei Abstiege in Serie. Dafür erwarb der Club 1997 den Sportplatz Hermannshöhe von der Stadt Essen und sicherte damit seinen in dieser Zeit erstmals vom Baudruck bedrohten Spielort für weitere 19 Jahre.

Seit 2016 hat der SV Teutonia auf dem oberen Platz der BSA Überruhr ein neues Zuhause gefunden, steht als A-Ligist aber deutlich im Schatten des Landesligisten FC Blau-Gelb, dessen Geschichte wir hier dargestellt haben. Als Erfolg verbucht Teutonia das Anwachsen seiner Jugendabteilung durch den Wechsel von roter Asche auf grünen Kunstrasen: Bereits in der ersten Saison wurden die Mitgliedszahlen im Juniorenbereich mehr als verdoppelt. Bemerkenswert ist auch die Handicap-Mannschaft, die Teutonia seit einigen Jahren kultiviert hat.


       
   
Fotos: cso
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