24.10.2020: Sofern es das Wetter zulässt, macht cso eine Tour über die Nordbahntrasse zum SV Viktoria Rott.
16.10.2020 / cso PC-Ansicht
Oberliga Niederrhein:
SSVg. Velbert - DJK Teutonia St. Tönis 3:2 (1:0)
Noch einmal Flutlichtfußball

Die Tage des Amateurfußballs in der Pandemie sind gezählt, da waren sich die drei ETB-Hopper genauso einig wie in der Schlussfolgerung: Alles mitnehmen, was noch irgendwie geht. Nach dem Aschenplatz am Fuße des Tetraeders folgte zum Abschluss der Woche nun ein Erlebnis der anderen Art. Das nagelneue Stadion Velbert erhellte bereits von Weitem die dunkle Herbstnacht, über 400 Zuschauer hatten sich auf den Rängen eingefunden, es wurden Fahnen geschwenkt und Sprechchöre angestimmt. Freitagabendliche Stadionatmosphäre in der Oberliga Niederrhein - gerade entdeckt und gleich wieder weggenommen? Die Besucher der Partie steuerten ihr Möglichstes bei, um eine Fortsetzung zu erhalten, nahmen weite Wege zu den Stehplätzen in Kauf (der einzige Fehler des Schmuckkästchens) und hielten sich größtenteils an die Maskenpflicht im Stadion. Infiziert haben dürfte sich wegen dieses Fußballspiels absolut niemand, aber wird das die Exekutive am Ende interessieren? Die Ratio hat sich in diesen Zeiten schon zu oft verabschiedet und billigem Aktionismus Platz gemacht.

Den Erinnerungswert des Abends machten neben dem hervorragenden Ground aber auch die beiden Teams aus. Dass die SSVg. Velbert als Meisterschaftsanwärter einen feinen Ball würde spielen können, war klar. Bei der DJK Teutonia St. Tönis, die zu ihrem Aufstieg wie die Jungfrau zum Kinde gekommen war, durfte man hingegen über die Qualität staunen. Velbert setzte sich am Ende durch ein Mehr an Abgezocktheit knapp durch, doch auch ein 3:3 oder 4:4 wären im Bereich des Gerechten gewesen.

Teutonia St. Tönis startete mit einem verdeckten Schuss Hiroya Gendas in die Partie, den Velberts Nummer 1 Marvin Gomoluch sicher entschärfte. Keine Abwehrchance hätte Gomoluch zehn Minuten später gehabt, als Kosuke Nishi nach einem Ausrutscher Manuel Schiebeners einen Gratisversuch auf den rechten Winkel bekam - das war knapp. Die Flutlichtlöwen zeigten sich offensiv erstmals in der 27. Minute gefährlich. Robert Nnaji setzte sich auf der linken Außenbahn durch, bediente Jesse Weißenfels, aber auch Tönisvorst hatte mit Felix Burdzik einen guten Mann zwischen den Pfosten. Wenig später zeichnete sich wieder Marvin Gomoluch aus und lenkte einen frechen Schuss Brian Dollens auf den kurzen Pfosten zur Ecke ab. Weiter ging es hin und her, und endlich fiel auch ein Tor: Massimo Mondello probierte es brachial von halblinks und besorgte das 1:0 für die SSVg.

Kurz nach dem Seitenwechsel holte Robin Hilger nach feinem Zuspiel Patrick Dertwinkels einen Handelfmeter für Velbert heraus, den Jesse Weißenfels sicher verwandelte. Wer dachte, die Partie sei damit entschieden, irrte gewaltig. Teutonia St. Tönis zog nun ein beeindruckendes Powerplay auf und brachte die SSVg. Velbert an die Grenzen ihrer Physis. Kosuke Nishi, dem nach einem Distanzschuss Dominik Dohmens im Fünfmeterraum der Ball auf den Fuß fiel, vergab die Riesenchance zum Anschluss. Wenig später köpfte Lukas Stiels eine Eckballflanke Kevin Breuers zum 2:1 in die Maschen. Mitten in die Tönisvorster Dominanz glückte Velbert ein einziger Konter: Robin Hilger mit Übersicht zu Robert Nnaji, dieser mit ganz viel Gefühl ins lange Eck. St. Tönis gab sich freilich immer noch nicht geschlagen. Kapitän Breuer zog aus der Distanz ab, Marvin Gomoluch klärte auf Kosten einer Ecke. Diese köpfte Kosuke Nishi an die Latte, Ioannis Alexiou drückte den zweiten Ball über die Linie. Der wackere Aufsteiger war nun ganz nah am Punktgewinn. Pascal Regnery mit einem spielöffnenden Pass, Manuel Schiebener trat über den Ball, Dominik Dohmen zu Kosuke Nishi - das dritte Mal, dass der Japaner einen Hundertprozenter liegenließ. Tief in der Nachspielzeit probierte es St. Tönis dann noch einmal per Kopf, aber die Punkte blieben ungeteilt im Niederbergischen.

SSVg. Velbert: Gomoluch - Schiebener, Schwertfeger, Abdel Hamid, Mondello - Nnaji (90.' Şahin), Zent (73.' Coruk), Gojnovci, Dertwinkel - Hilger (90.'+3 Claus), Weißenfels (84.' Glowacki).

DJK St. Tönis: Burdzik - Stiels, Alexiou, Jiha - Dollen (73.' Regnery), Breuer, Schulte, Baum (76.' Zeriner) - Genda (46.' Nonaka), Bajraktari (46.' Dohmen), Nishi.

Tore: 1:0 (35.') Mondello/ 2:0 (53.'/ HE) Weißenfels, 2:1 (63.') Stiels, 3:1 (76.') Nnaji, 3:2 (81.') Alexiou.

Schiedsrichter: Marvin Dominik Szlapa (SSV Bergisch Born)

Zuschauer: 418



       
       
   
Fotos: cso
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